die Ortsrevolution plazes.com :: und auf einmal ist alles so nah
Es war Medientheorieguru Marshall Mc Luhan, der 1962 vom globalen Dorf sprach und damit meinte, dass einem der entfernteste Ort der Welt in der technoiden Welt so nah erscheint. Das erscheint aus heutiger Sicht schon wieder altbacken, denn es geht darum, den konkreten Ort in diese virtuelle Entfernungslosigkeit zurückzudefnieren. Manchmal ist es eben doch wichtig, sich nah zu sein, ich meine jetzt rein geographisch, und dieser Gedanke hat zu einer richtigen Flut von Ideen zur Rückimplementierung des konkreten Orts im Internet geführt. Die bekanntesten Marktforscher des Internet Nielsen//NetRatings haben jüngst publiziert, dass 70 Prozent aller Nutzer nach lokalen Informationen suchen.
So, und jetzt hat Stefan Kellner, einer der Macher von plazes.com, den Ort neu definiert: Das Internet verhilft endlich jedem dazu, wirklich zu verstehen, was ihn im Kilometerradius umgibt. Und das ist fast schon ein Kunstprojekt, wenn man bedenkt, dass die Daten einmal mindestens nach Zürich und zurück wandern, um mir zu sagen, wer mein Nachbar ist.
Und weil einem wichtig ist, den Menschen nah zu sein, auch persönlich meine ich jetzt, kommt man auch auf die Idee, den Macher zu googeln. Einfach, um zu sehen, was er so für ein Typ ist, dieser Stefan Kellner. Man kommt recht schnell auf sein Profil in places, in Xing, und natürlich kann man über Places auch nachschauen, wo er sich grade rumtreibt. Er meint es ernst mit der Transparenz. Und dann stößt man auf seinen eigenen Blog, der heißt jetzt aber no information. Naja. Das wird vielleicht doch zu privat. Im elektrischen Reporter vom gewohnt guten Herrn Sixtus kommt Herr Kellner seriös zu Wort. Und erzählt, warum er plazes überhaupt macht. Nur: Will man das wissen?
Ja. Denn das ist zwar Nabelschau, aber dann doch auch die Zukunft. Denn im Prinzip kann man auch einfach jemanden fragen, wenn man die nächste Pizza sucht, aber genaugenommen ist plazes.com doch eine Revolution. Denn endlich wird es möglich, den realen Ort bruchfrei ins Netz zu integrieren, einschließlich dem aktuellen Aufenthaltsort des Freundes, seiner freigegebenen Flickr-Fotos, seinen Lieblingsplätzen und Kommentaren seiner Clique. Und dieses Mischmasch aus Blog, Postkarte, Gelbe-Seiten und Kontaktmanagement-Tool ist im bisher anonymen Großnetz unheimlich attraktiv. Deswegen ist plazes auch für den Red Herring nominiert.
Für die ganz besessenen, gibt es Barcodes für einzelne Plazes-URLs, die man ausdrucken und real auf die entsprechende Häuserwand kleben kann. Der nächste Spaziergänger mit Digitalkamera kann sie dann einfach in sein mobiles Internet einspeisen und weiß, wer sonst noch im Restaurant sitzt.
Die große Konkurrenz von plazes heißt übrigen Twitter und ist, wenn wir schonmal beim Thema sind, auch einen Blick wert: Auf twitter.com kann man mit Leuten chatten und auf twittervision rast man mit einer virtuellen Weltkarte zu den Orten, von denen die Nachrichten gesendet werden. Und natürlich gibt es auch das Tool, das Plazes und Twitter vereint: Das Mashup Twazer publiziert neue Standorte direkt in Twitter.
Damit ist McLuhan wohl endgültig abgefrühstückt. Wer braucht das globale Dorf, wenn er die virtuell unterstützte Dörflichkeit hat?










Es begann mit 
Es ist klar, dass die nächste große Herausforderung der Internetpioniere das 






