Google´s Angriff auf Microsoft :: Google Gears macht dynamische Webseiten zu Offline-Software

Das hatte noch gefehlt: Nachdem Google die letzten Monate mit Software, die gezielt dem Marktführer Microsoft Konkurrenz macht, den Markt durchgewirbelt hat, kommt jetzt der Coup, auf den alle Branchenkenner gewartet haben. Die Google-Konkurrenz für Outlook, Word, Excel oder notepad läuft bisher nur online. Und Google Gears soll dafür sorgen, dass sich das ändert. Das kleine Programm stattet den Computer mit einem technischen Rahmen aus, der Online-Applikationen vom heimischen Computer ausführbar macht. Ohne Internetverbindung, schneller, mit offline gestützter Datenbank:


Store and serve application resources locally

Store data locally in a fully-searchable relational database

Run asynchronous Javascript to improve application responsiveness

Dadurch werden die Seiten schneller, vor allem aber sind die Daten auch ohne Onlineverbindung ansehbar, bearbeitbar, nutzbar. Für die Konkurrenz zu Microsoft ist das ein Riesenschritt und die Jungs aus Redmond müssen sich langsam wirklich was einfallen lassen, um Google Paroli zu bieten.

// Golem über Google Gears

// Interview mit Google-Verantwortlichem zum Potenzial von Google Gears bei ZDnet

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wir.ag :: Werbedesigner werben für Weltverbesserer

pressebild_3_rgb2.jpgDas Projekt wir.ag ist so cool, dass die Macherinnen es einfach verdient haben, damit so erfolgreich zu sein: Die zwei Design-Studentinnen Evamaria Judkins und Nelly Brunkow haben für Kommunikations-Design-Diplom Werbestrategien für diejenigen entwickelt, die sich Werbung nie leisten können und auch selten die guten Designer auf ihrer Seite haben. 140 Weltverbesserer mit guten Ideen bekamen von den zwei Frauen eine eins-A-Kampagne gestrickt. Und der Medienrummel um das Projekt brachte den Kunden noch die nötige Pressepräsens. Sauber. Beeindruckend. Vorbildlich.

Webseite des Projekts: wir.ag

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das Phänomen Twitter :: Populär in der Blogsphäre und draussen unbekannt


Twitter.com

Twitter könnte eine Killerapplikation werden. Oder ist sie das schon? Unter Bloggern ist der Dienst seit Monaten der letzte Hype, in der breiten Öffentlichkeit will er nicht so richtig Fuß fassen. Aber von vorne.
Twitter ist ein Dienst, der die Ideen von SMS, E-Mail, Plazes und InstantMassenger kombiniert und dabei etwas schafft, was Journalisten mal nervig finden und mal beeindruckend. Twitter ist eine Plattform für Kurznachrichten. Die Nachrichten können aus dem Internet oder per SMS versandt werden und erscheinen auf einer personalisierten Seite, auf den Seiten der vernetzten Freunde, auf dem Handy der Freunde oder als Einzeilige Einbettung in der eigenen Webseite. Innerhalb der Bloggerszene, der Blogsphäre, ist Twitter so bekannt wie flickr oder studivz. Bei der next07, einer Konferenz zur Zukunft des Internet in Hamburg, flimmerte die gesamte Zeit hinter den Rednern eine für next07 personalisierte Twitter-Seite an der Wand und auch sonst wird Twitter kräftig diskutiert und dient als aussagekräftiges Material neuer Medienkunst.

Das Interessante bei der ganzen Sache scheint zu sein, dass Twitter in der Öffentlichkeit noch nicht wirklich angekommen ist. Im Mai 2007 gab es immerhin 44 Referenzen auf Twitter in deutschen Medien. Mal sehen, ob der Sprung in den Massenmarkt noch gelingt.

mehr:
Twitter-Clone für Deutschland: wamadu, frazr
sehr umfangreiche Sammlungen an Twitter-Erweiterungen bei Franticindustries und bei retweet.

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Call by call beim Handy :: die clevere Idee von Cellity

Die Idee von cellity ist ziemlich sinnig und könnte Mobilfunkfirmen einigen Ärger machen: Handyvertragsanbieter sind in gewissem Sinn nach Vertragsabschluss Monopolisten - und entsprechend teuer. Cellity installiert eine Software auf dem Handy, die erstmal zu einem Festnetzanschluss bei Cellity verbindet (was meist die günstigste Route ist). Im Anschluss leitet Cellity den Anruf weiter: Zum Beispiel auf ein Handy oder ins Ausland. Der Clou ist natürlich, dass der Anruf nur dann über Cellity läuft, wenn die Gesamtkosten (für Einwahl bei Cellity und Weitervermittlung) unter den Kosten des Mobilfunkvertrags liegen. Außerdem werden SMS über eine Cellity-Schnittstelle abgewickelt und kosten 9cent, Twittern ist gratis. Sieht nach einer gut umgesetzten Geschäftsidee im umkämpften Mobilfunkmarkt aus.

Alternativen zu Cellity: smart2talk und sparruf.
Sparruf hat einige findige Tariftricks zum Telefonieren über diese neuen Dienste zusammengestellt.
weiterlesen: Artikel über Cellity bei der FAZ und hier ein FAZ-Artikel über das Telefonieren vom Handy ins Ausland.

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globale dezentrale Identifikation :: das interessante Konzept von openID

Der Dienst ist so naheliegend wie bahnbrechend: Man meldet sich einmal bei openID an und wird fortan bei allen Seiten erkannt, die eine openID-Schnittstelle haben. Das bedeutet: Keine Registrierung, kein Herausgeben der Mailadresse, keine Bestätigungsmail abwarten und Verifizierungscode eintippen. openID lässt diesen Prozess einmal durchlaufen und ist dann Platzhalter für all die Daten, die man normalerweise bei einer Registrierung eingeben müsste. OpenID ist allerdings keine Firma, sondern ein Standard. Ein Registrierungsdienst für OpenID kann auf jedem Webserver betrieben werden. Die Identifikation, die man dann weitergibt, besteht aus einer URL aus dem jeweiligen OpenID-Server und dem eigenen Kürzel.
Ein Beispiel: http://meinguter.name ist openID-Server. Eine entsprechende Identifkation könnte so aussehen: http://tim-katz.meinguter.name

Die Leute, die das Projekt entwickelt haben, lesen sich wie ein Who is Who der Branche: Die Idee kommt von Brad Fitzpatrick, dem Gründer des Blogger-Vorläufers LiveJournal. Jetzt arbeitet auch David Recordon bei VeriSign an dem Projekt, der Firma, die die wichtigsten Internetdomains .com und .net verwaltet.
Insofern ist das einzige, was wirklich überrascht, die Tatsache, dass das System kaum verbreitet ist. Lächerliche 234 Webseiten verbucht das openiddirectory, myopenid directory hat noch weniger.

OpenID-Provider:

  • MyOpenID
  • VeriSign Personal Identity Provider
  • idproxy.net/ - sich mit dem Yahoo!-Account bei idproxy.net einloggen und dort ein oder mehrere OpenID-Accounts erstellen
  • MeinGuter.Name - Deutscher OpenID Provider nach deutschem Datenschutzgesetz, SSL-gesicherte Verbindungen
  • certifi.ca - OpenID Provider, der anhand eines Browser Zertifkates die Authentifizierung vornimmt
  • my.xlogon.net - deutscher OpenID Provider, multiple Identitäten, multiple Personas, nur SSL-gesichert, Anti-Phishing Unterstützung

weiterführende Links:
offzielle Seite: openid.net
ein Screencast zum Thema
detaillierte Hintergrundinformationen bei openidenabled.com

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die Internetpioniere im O-Ton :: Videos von den Vorträgen der Next07

Bei der next07 waren dieses Jahr einige wirklich spannende Leute zum Thema web2.0 bzw. wie es richtig hieß alle Macht dem Konsumenten. Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, gibt es jetzt alle Vorträge als Video. Meine Favoriten:

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Norbert Bolz über die Veränderungen der Medien. Der einzige echte Wissenschaftler provoziert und vertritt keine neuen Thesen, aber das mit Stil. Einige Gedanken sind wirklich nachdenkenswert. Einer davon: Das Revolutionäre am Internetzeitalter ist, dass Massenmedien plötzlich einen echten Dialog erlauben. Früher war ein Massenmedium quasi durch das Fehlen eines Dialogs definiert.

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Bernd M. Michael (Geschäftsführer des Markenarchitekturbüros MBB): Noch pointierter, sehr unterhaltsam und mit interessanten Gedanken zum Internet sowie seiner bezaubernden Assistentin.

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Tobias Trosse (Geschäftsführer televised revolution): Einer der hübschesten Präsentationen, die ich je gesehen habe. Und eine Besonderheit auf der Konferenz, weil Trosse erst zum Schluss und auf Nachfrage sagt, was er selbst eigentlich macht: Das Fernsehen der Zukunft erfinden, das individuelle Programme möglich macht.

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Mattias Miksche (Geschäftsführer stardoll): Ein äußerst erfolgreiches Web-Startup erlaubt Kids die Stilfindung im Virtuellen Raum. Moderator Sascha Lobo fand das Konzept augenscheinlich doof und interviewte etwas tendenziös. Auch deswegen schön anzusehen.

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Christian Clawien (Mitgründer Mister Wong): Der Webpionier, wie man sich ihn vorstellt: Sehr jung, sehr normal, sehr erfolgreich.

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Nils Müller (Geschäftsführer Trendnote): Rasante Fahrt durch die neusten Technologien. Nach der halben Stunde brummt der Kopf, man weiß immer noch nicht besser, was nun wirklich die Zukunft ist, aber man wird sich in Zukunft hüten, zu sagen, das Internet wäre langweilig.

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Ibrahim Evsan (Geschäftsführer Sevenload):
Der Chef von einem der bekanntesten deutschen Newcommer erzählt, wie sie mit Videoportalen Geld verdienen lässt. Das hat uns doch alle schon interessiert.

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Schlusspanel (Creme der deutschen Blogger): Hier sieht man mal, wie die wichtigen Blogger so miteinander umgehen. Eigentlich, ja, eine große Familie.

Für alle, die das spannend fanden: Schaut unbedingt in den elektrischen Reporter. Dort werden die wirklich spannenden Internetleute von Mario Sixtus interviewt (der auch bei der next07 war, aber das nur am Rande). Viertelstündige unterhaltsame O-Ton-Collagen, sehr empfehlenswert. Und wer mal zurückschauen will, findet über die Seite der next06 auch noch die Vorträge von vor einem Jahr.

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interaktive Zeitleiste statt Kalender :: die Interface-Innovatoin Simile Timeline vom MIT

Es waren die Leute von der renommiertesten Technikschule der Welt, die endlich auf die Idee gekommen sind, den Kalender für die virtuelle Welt neu zu erfinden. Aus Dokumentationen kennt man das schon: Zeitleisten, die sich einfach in der horizontalen Scrollen lassen. Der Clou hier: Eine Hauptleiste unten zeigt die gesamte Zeitdauer an, ein Detailbereich oben führt zu einzelnen Ereignissen. Klickt man auf eines dieser Ereignisse, öffnet sich eine Sprechblase mit weiteren Infos, Links, Bildern. Für den Terminkalender ist das nichts, aber für jede andere Art der Zeitabbildung phänomenal gut gelöst, zum Beispiel für Biographien, Zeitalter oder historische Ereignisse.
Der Nachteil: Dieses Tool hat kein web2.0 Pionier, sondern eine Eliteuni programmiert. Deshalb muss jeder, der eine Zeitleiste anlegen will, selbst an den Code. Das ist einfacher, als es klingt. Und was dabei herauskommt, sieht wirklich gut aus.

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die Antwort auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest :: Google lyrisch

Sie kennen noch Douglas Adams, nehme ich an? In seinem Kultbuch “Per Anhalter durch die Galaxis“, in dem Sätze stehen wie

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.

kommt auch ein Computer namens Deep Tought vor. Dieser Computer wurde einmal nach dem Sinn des Lebens, des Universums und des ganzen Rests gefragt, rechnete siebeneinhalb Millionen Jahre und kam schließlich zum Ergebnis: 42.
Wer google danach fragt, bekommt dasselbe Ergebnis. Kein Quatsch. Hier ist der Beweis.
Wenn Google die Geschichte weitergelesen hätte, wäre das vermutlich nicht eingebaut worden. Denn da 42 ein völlig unbrauchbares Ergebnis ist, musste Deep Tought einen noch leistungsfähigeren Computer bauen, der schließlich die konkrete Frage ermitteln sollte. Das war die Erde. Im Buch wird sie leider vor Fertigstellung der Rechenoperation in die Luft gesprengt, um einer interstellaren Umgehungsstraße Platz zu machen. Hoffen wir, dass das alles Google erspart bleibt. Oder, um mit Douglas Adams und dem Anhalter durch die Galaxis zu sprechen:

Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.

// Für Fans und Laien: die Technologie aus Per Anhalter durch die Galaxis, eine Sammlung mit Quellen, Orten und schrägen Gegenständen.

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geographisch definierte Lizenzfreiheit :: das Internet in Entwicklungsländern

flickr cc babasteveEine gute Idee. Wenn man bei EconPapers oder IDEAS recherchiert, beides renommierte Datenbanken für ökonomische wissenschaftliche Texte, findet sich auf einigen Seiten eine solche Anmerkung:

Access to the full text is generally limited to series subscribers, however if the top level domain of the client browser is in a developing country or transition economy free access is provided.

Dahinter steckt ein revolutionären Konzept von NBER, einer der wichtigsten amerikanischen nonporifit Organisationen im Bereich der ökonomischen Forschung. Mehr zum Konzept der spezifisch Freilizenzen für Drittweltländer finden sich hier.

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das web3.0 wird ernsthaft :: professionelle semantische Suchmaschinen

google.jpgGut, Leute, das ist jetzt mal wirklich eine Revolution: Hakia ist eine Suchmaschine, die Euch versteht.
Aber erstmal einen Schritt zurück, damit dass auch alle zu würdigen wissen. Es geht darum, das Suchmaschinen die Bedeutung von Sätzen nachvollziehen. Sie sollen Fragen, ob man Helmut Kohl oder Kohleintopf sucht, den Jaguar oder den Sportwagen, mehr noch: Sie sollen die Inhalte auf Webseiten erkennen und diese mit der Frage in Beziehung setzen. Sie sollen wissen, welche Webseiten die kritische Theorie besprochen haben und zu welchem Schluss die Autoren kamen, damit eine Anfrage nach Kritikpunkten an der kritischen Theorie die richtigen Quellen findet. Zugegeben: Das ist Zukunftsmusik. Aber wer nach der Einwohnerzahl Hamburgs fragt, sollte Antwort bekommen.
Für die Suchmaschinenwelt ist das die große Herausforderung und definitiv die Zukunft. Das sagt die wunderbar utopische Nachrichtensendung epic2015, die Wissenschaft, die offizielle Stelle für Internetstandards W3C und der Erfinder des Internet himself Tim Berners Lee (hier sagt er es auch). Microsoft ist wieder mal zu spät auf den Zug aufgesprungen und hat bei den Marketingprofis von evb eine mehr erotische als semantische Suchmaschine namens Ms. Dewey in Auftrag gegeben, die zwar in Kürze weltbekannt, aber nie wirklich ernstgenommen wurde (suchen Sie mal art, travel oder country). Für Schauspielerin Janina Gavankar mag sich einiges geändert haben, für die Suchenden nichts.

Einige Technikfreaks dagegen sind seit einiger Zeit dabei, semantische Suche Realität werden zu lassen. Maschinen wie AskVox oder Answerbus sind noch etwas hölzern, aber wer Faktensuchmaschinen wie Factbites oder SurfWax benutzte, ahnte schon wo es hin ging. Lexxe und Brainboost gingen da noch einen guten Schritt weiter und hakia ist schließlich ein echter Hammer. Weitere Maschinen wie Powerset und Subjex sind seit einiger Zeit angekündigt und versprechen das Blaue vom Himmel. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

// mehr über das Thema semantisches Web

.. und ein Audiodokument zum Semantic Web von Legende Tim Berners Lee (Erfinder des World-Wide-Web, Direktor des W3C, Senior Professor am MIT, usw.)

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