Nachdem schon der Start des Internet verschlafen wurde, sah es fast so aus, als würde Microsoft ein zweites Mal abgehängt: Apple hatte mit dem iPhone den großen Wurf gemacht, Google kam mit Android langsam, aber überzeugend hinterher und Microsoft - veröffentlichte eine langweiliges Smartphone-Betriebssystem nach dem nächsten. Windows in klein, möglichst wenig in Entwicklung investieren war die Devise, kein durchdachtes Interface. Jetzt kommt Windows 7 Mobile - und wie Windows 7 scheint es das beste zu sein, was man bisher von Microsoft gesehen hat. Eine Kostprobe?
Europa wächst zusammen, wird erwachsen, will bei den neuen Medien mitmischen. Und sowas kommt raus, wenn die EU sich an einem eigenen Videoportal versucht, das bei YouTube gehostet wird, aber vom ganzen Design her von der EU produziert worden ist. Für Aufsehen gesorgt hat dieser Film der EU wegen seiner erotischen Konnotation: Ein Werbefilm für Europäisches Kino. Mein Gott, sind wir offen.
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Nur für Leute, die wissen was API, Framework und Javascript bedeutet, aber für die recht interessant: Google hat grade den Google Developer Day mit weltweiten Konferenzen hinter sich gebracht. Die Redner waren die Creme der Google-Entwickler und alle Vorträge stehen online auf YouTube. Wer wissen will, was bei Google grade technisch im Fokus steht, sollte sich mal durchklicken. Besonders interessant natürlich die Google Developer Day Sessions aus Mountain View, dem Google Hauptquartier.
Steve alias citizentube hat ein Video zusammengeschnitten, das erstmal etwas anstrengend daherkommt, aber dann eine recht spannende Zusammenstellung von Politiker-Youtube-Versuchen enthält. Die Frage, welchen Einfluss Youtube hat, wird nicht beantwortet. Aber dass sich ein Präsidentschaftskandidat auf ein Interview im Studentenschlafzimmer einlässt, um beim Youtube-Publikum gut anzukommen, mag ein Hinweis auf die Bedeutung sein, die dem Medien von Politikerseite zugesprochen wird. Der wunderbare, ungekürzte Anfang dieses Interviews spricht für sich:
Interviewer: First I just want to say, that is the first interview presidential candidate, the first interview ever to be conducted with a presidents candidate, from a colleges dormroom. Politiker: Starting off, the intent was not to be a congressman. The intent was, to try to bring attention to the american people, to the serious economic problems we have and to try to get people interested in monetary policy.
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Nicht weniger als ein historischer Moment: Microsoft-Chef Bill Gates spricht öffentlich mit Apple-Chef Steve Jobs. Damit man das richtig einschätzen kann: eine kurze Beziehungsgeschichte.
Seit Apple das erste fensterbasierte Betriebssystem erfunden hat, sind die beiden die ärgsten Konkurrenten (Gates hat es kopiert und ist mit Windows erfolgreich geworden). Beide haben ihre Firmen selbst gegründet und führen sie noch. Beide sind zu inbegriffen des Computerzeitalters geworden: Gates hat den PC für die Massen erschwinglich gemacht, hat Standards für ein Betriebssystem gesetzt, das zu einem beispiellosen Wachstum einer ganzen Industrie an Softwareproduzenten geführt hat, die die Schnittstellen von Windows nutzen und hat erreicht, dass zwischenzeitlich über 90 Prozent aller Rechner mit einem Microsoft-Betriebssystem ausgeliefert werden. Apple Macintosh, die Erfindung von Steve Jobs, stand dagegen für Qualität, lange lief das System nur mit Hardware aus demselben Haus, das Design war ebenso aus einem Guss wie die mitgelieferte Software. Apple ist bis heute das Werkzeug der Designer, der Kreativen, der Erlesenen.
In den letzten Monaten hat sich der Konflikt zwischen beiden zugespitzt: Steve Jobs/Apple hat 2006 den Google CEO Eric Schmidt in den Apple Verwaltungsrat aufgenommen und damit eine weithin sichtbare Kooperation der wichtigsten Konkurrenten von Microsoft beschlossen. Mit dem iPod hat Apple einen Riesencoup gelanded, an den Microsoft mit seinen MP3-Playern nie wird anknüpfen können. Der Boom hat den Verkauf der Heimcomputer von Apple angekurbelt und das Image gestärkt. Während Microsoft versucht hat, die Einbrüche der Musikindustrie mit einem aufwändig entwickelten Kopierschutzstandard für digitale Musik aufzuhalten, verdient Apple Millionen mit dem Onlineverkauf Kopierschutzfreier Musik. Das Image des Microsoft Mediaplayer, der zur Standardanwendung für Multimedia werden sollte, bricht wegen eingebauten Kontrollalgorithmen in sich zusammen, während Apple iTunes, die kostenlose Software des iPod Rekordnutzerzahlen vermeldet. Jetzt scheint auch noch Windows Vista zu floppen, an dem tausende hochbezahlte Microsoft-Programmierer fünf Jahre gearbeitet haben.
Kurz: Gates hat allen Grund, Steve Jobs zu meiden. Denn die Chancen stehen hoch, dass so eine Begegnung peinlich wird für Bill Gates, den einstigen König der Branche. Und jetzt haben sich beide getroffen. Einem Interview unter Führung des Wall Street Journal zugestimmt. Ein historischer Moment. Hier sind die Mitschnitte:
Der Mann ist einer der mächtigsten der Welt. Eric Schmidt, CEO und damit wichtigster Mann von Google neben den beiden Firmengründern Larry Page und Sergey Brin. Mit Google führt er eine der wichtigsten Firmen der Welt, was Wachstumsraten und Kapital angeht. Keiner Firma wird soviel Macht zugesprochen wie Google, keine Firma steht wegen ihrer Kummulation und Ausnutzung von Macht so im Kreuzfeuer der Kritik und keine wird so oft wegen ihrer bahnbrechenden Innovationen hofiert. Außerdem sitzt Eric Schmidt seit 2006 im Apple Verwaltungsrat und bildet dadurch mit Apple eine Koalition gegen den einstigen Goliath der Branche, Microsoft. Kurz: Es ist spannend, was Eric Schmidt zu sagen hat. Nur redet er nicht oft.
Auf der AllThingsDigital stimmte er einem Interview zu: Ein kurzes Gespräch über Viacom, die Gerüchte um das GooglePhone und die Frage nach zuviel Macht bei Google.
Drei Studenten von der Stanford-University - Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim - haben vor einigen Monaten ein Geschäft abgeschlossen, das sie so überrascht hat wie die ganze Internetbranche. Die Google-Gründer (die ihr Unternehmen übrigens auch als Stanford-Studenten entwickelt haben) haben für ihr Projekt YouTube 1,6 Milliarden Doller gezahlt. Jawed Karim war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr im Projekt (die Millionen hat er trotzdem bekommen), aber seine persönliche Webseite wird ein historisches Dokument mit Museumscharakter werden. Eine typische Studentenwebsite. Nur unter dem Menüpunkt Software ein unscheinbarer Hinweis:
Youtube - My new company Go check it out.
Im Rampenlicht steht er nicht, weil er ausgestiegen ist, bevor der Verkauf die Branche erschüttert hat. So waren auf AllThingsD, einer der wichtigsten Konferenzen der Branche, die das Wall Street Journal organisiert, nur die beiden anderen geladen. Trotzdem sehenswert.
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Es tut mir leid, aber Google macht wieder mal enorm viele Sachen, die richtig revolutionär sind. Die Google Maps, die längst mit Satellitenbildern überlagert werden können, werden jetzt dreidimensional. StreetView heißt das, eine fotorealistische Wanderung durch die Straßen der Welt. Man kann sich um 360° drehen, weiter- oder zurückgehen, tief in das Foto rein- und wieder rauszoomen. Natürlich alles brilliant aufgelöst und smooth übergeblendet. Okay, denkt man, das hat Microsoft schon im Encarta Weltatlas versucht, als man sich dreidimensional vor dem Berliner Tor drehen konnte. Nein, nein, das hier ist etwas völlig anderes. Zu den wenigen bisher mit Fotos versehenen Standorten sind nämlich nicht nur Sightseeing-Plätze, nicht mal nur ganze Straßenzüge, nein, ganze Stadtviertel abfotographiert und begehbar gemacht worden. Fotorealistisch und so schnell, intuitiv begehbar und flüssig in der Bewegung wie man es noch nie gesehen hat. Bisher natürlich nur in den USA, aber das wird sich sicher ändern.
Wieder etwas Neues von Google zu berichten: Nachdem Google mit Earth, Maps und weltweiten Routen zum besten Kartendienst der Welt avanciert ist, kommt jetzt die inhaltliche Suche ins Spiel. Seit langem ist klar, dass lokale Suche eine der großen Themen der nächsten Jahre sein wird. Google Mapplets für Google Maps, ein Dienst, der bisher nur in einer Entwicklervorschau genutzt werden kann, könnte die Richtung weisen: Karten in GoogleMaps können mit lokalen Daten überlagert werden. Zum Beispiel: Ich suche ein Haus, also schalte ich eine Immobliendatenbank dazu, in der ich suchen kann und die die Ergebnisse direkt mit Pins auf der Karte markiert. Darüber lagere ich eine Übersicht der Einkaufzentren, die Nahverkehrsnetze, Farbverläufe zu Smogwerten von Umweltbehörden oder die Kriminalitätsstatistik für jeden Stadtteil. Der Nutzen ist klar. Man kann lokale Daten direkt auf der Stadtkarte miteinander kombinieren und in Beziehung setzen, Suchanfragen ausführen und zum jeweiligen Ort gespeicherte Informationen abrufen. Das ganze sieht schon sehr beeindruckend aus, hier kann man es sich mal ansehen.
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