geographisch definierte Lizenzfreiheit :: das Internet in Entwicklungsländern

flickr cc babasteveEine gute Idee. Wenn man bei EconPapers oder IDEAS recherchiert, beides renommierte Datenbanken für ökonomische wissenschaftliche Texte, findet sich auf einigen Seiten eine solche Anmerkung:

Access to the full text is generally limited to series subscribers, however if the top level domain of the client browser is in a developing country or transition economy free access is provided.

Dahinter steckt ein revolutionären Konzept von NBER, einer der wichtigsten amerikanischen nonporifit Organisationen im Bereich der ökonomischen Forschung. Mehr zum Konzept der spezifisch Freilizenzen für Drittweltländer finden sich hier.

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digg.com kurz vor dem Aus :: vom Segen und Fluch der Partizipation

http://static.howstuffworks.com/gif/digg-logo.jpgNutzer haben digg weltbekannt gemacht. Und die Nutzer sind es, durch die digg seit einigen Tagen kurz vor dem wirtschaftlichen Aus steht. Denn Digg ist ein Artikelbewertungsdienst für alles, was die Nutzer im Internet finden. Die Artikel werden verlinkt und dann Diggs für die besten Artikel vergeben. Das war eine Rieseninnovation in der durch Berufsjournalisten geprägten Medienwelt - und ein geniales Werkzeug, um zwischen der winzigen Auswahl einer Redaktion und den Unmengen von Artikeln in den weltweiten Blogs zu moderieren. Digg hat eine völlig neue Form der Nutzerbeteiligung erfunden und ist damit zum Symbol eines neuen Internet geworden. digg ist neben wikipedia oder myspace ein Grund dafür, dass die Leute plötzlich vom web2.0, dem Mitmacht-Internet oder den neuen Communities sprechen.
Digg!Und jetzt sind es die Nutzer, die digg den härtesten Kampf seiner Geschichte eingebrockt haben. Es geht um einen Artikel mit einem Code, der zum knacken von Kopierschutzmechanismen des HD DVD-Formats genutzt werden kann. Der stand plötzlich auf digg und wurde zielsicher nach oben gevotet. Der Artikel ist illegal - und nach amerikanischem Gesetz auch der Link darauf. Prompt standen die Leute von AACS, die für das Copyright von HD DVDs zuständig sind, auf der Matte und verlangten unter Klageandrohung die Entfernung des Artikelverweises. Der Digg-Gründer schreibt:

We had to decide whether to remove stories containing a single code based on a cease and desist declaration. We had to make a call, and in our desire to avoid a scenario where Digg would be interrupted or shut down, we decided to comply and remove the stories with the code.

Der Link wurde entfernt, die erste Zensur in der Geschichte von Digg, - und von den Nutzern prompt wieder eingespeist. Abermals entfernt - und wieder ersetzt. In wenigen Stunden entwickelte die Sache eine enorme Eigendynamik, wurde zur Demonstration für die Freiheit des digg-Nutzers gegenüber den Großkonzernen. Hunderte Links wurden eingspeist und durch tausende Stimmen nach oben gewählt. Forbes schreibt dazu:

Because Digg gives users the ability to rate news stories, pushing their favorites to the site’s most visible positions, thousands voted to bring links to the top of the site with titles like “Revolt at Digg?” and “Digg Punched me in the Face for Posting This.” By midnight, the site’s entire homepage was covered with links to the HD-DVD code or anti-Digg references.

Digg konnte da wenig entgegensetzen: Wie soll eine Seite, die nur eine Oberfläche für die Inhalte der Nutzer bereitstellt, mit Zensur umgehen? Wie lässt sich der Kontrollverlust auffangen, der entsteht, wenn man seinen Nutzern die Freiheit gibt, sich zu äußern? Und ist es überhaupt noch möglich, den Nutzern diese Option zu verweigern?
Um diese Fragen geht es eigentlich, wenn man über den Skandal bei digg.com schreibt. Denn das Risiko betrifft die gesamte erste Liga der neuen Internetfirmen. Die rasante Evolution scheint einen heiklen Nachteil zu haben: Es gibt kaum noch Erfahrungswerte. Studivz wurde acht Monate nach der Gründung für 84 Millionen Euro an Holzbrink verkauft, das entspricht etwa 60 Euro pro angemeldetem Nutzer. Kurz nach dem Deal wurden eklatante Mängel der Datensicherheit deutlich und nur das enorme Kapital und das studentische Flair der Unternehmung verhinderte Schlimmeres. Für Youtube zahlte Google irrwitzige 1,6 Milliarden Euro und hat seitdem mit Urheberrechtsklagen zu kämpfen, weil die Nutzer in Massen kopiergeschütztes Material hochladen. ausreichend großer Gewinn bei beiden Portalen: Bisher nicht in Sicht. Erinnert uns das an etwas? Eine amerikanische Zeitung titelte kürzlich in der Anlehnung an die geplatzte NewEconomy-Blase Bubble2.0. Aber das nur am Rande.
Denn jenseits der wirtschaftlichen Risiken geht es hier um eine Verhandlung gesellschaftlicher Grundsätze: Es geht um die Freiheit der Einzelnen im Kollektiv. Das Internet ist die letzten Jahre zum Symbol für kommunitäres Handeln geworden, steht gleichermaßen für eine Revolution des organisierten Laienwissens, wie für die Wiedergeburt der Gemeinschaft mitten aus den individualistisch-hedonistischen 90er-Jahren heraus.
Es geht um das alte Problem des Leviathan von Hobbes: Wieviel Freiheit muss jeder Einzelne abgeben, damit das Gesamtsystem die Sicherheit aller garantiert? Der Mensch sei der Wolf des Menschen, meinte Hobbes, wenn er nicht klar in seine Grenzen gewiesen werde. So funktioniert der klassische Nationalstaat. Spätestens die 68er rückten das Bild zurecht und postulierten die Rückkehr der Macht ins Volk, die Rückbesinnung zur Selbstbestimmung und die Fähigkeit des Menschen zum Guten. An dieser Frage hängt jede Diskussion, die sich mit dem strukturellen Rahmen von Gemeinschaft beschäftigt - ob es da jetzt um Grenzen der Nutzerfreiheit auf digg.com geht, um Einschränkungen der Pressefreiheit für die Bildzeitung oder um die rechtliche Verbindlichkeit von Bürgerentscheiden. Allem Hype zum Trotz: Das Kollektiv scheint nicht an sich reflektiert, überlegt oder moralisch zu sein. Sonst wäre die NZZ das, was die Bild heute ist, und arte würde sich mit 3Sat die Quoten teilen, statt bei Kommaprozenten rumzuschwimmen und kopierten amerikanischen Trashformaten die Quote zu überlassen. Eine müßige Debatte nach der kritischen Theorie und Luhmann. Das ist nicht neu.
Was aber neu ist, ist das Medium. Das Internet ist nur ein neues Transportmittel für Information. Allerdings eines, das sich durch seine Unkontrollierbarkeit auszeichnet: Start-Up und Marktführerschaft liegen, wenn es gut läuft, einige Monate auseinander. Nationale Grenzen sind - mit Ausnahme der chinesischen - völlig irrelevant. Es gibt, um auf Hobbes zurückzukommen, keinen Leviathan mehr, der das Kollektiv organisieren könnte. Die Technik ist geographisch viel weitreichender, als der rechtliche Rahmen es auffangen kann, entwickelt sich schneller als die Aufsichtsbehörden gucken können, ist so zugangsoffen, dass eine Idee noch nicht mal Kapital braucht, um groß rauszukommen und erreicht potenzial Abermillionen Rezipienten, ohne einen Pfennig für Werbung auszugeben. Wird eine Idee zur Institution, so wie Napster, dann wird sie fassbar und kann gemaßregelt werden. Die Institution, nicht aber die Idee: Heute wird mehr illegale Musik getauscht als jemals zuvor, nach dem Umsatzeinbruch der Musikindustrie geht es jetzt der Filmindustrie an den Kragen und ein Ende der nutzergemachten Revolution ist nicht abzusehen, weil jeder Nutzer der potenzielle Gründer einer neuen Tauschbörse ist. Jede Idee muss nur einmal bekannt geworden sein, um sich als unlöschbare digitale Vorlage in die Geschichte des Internet einzuritzen. Wenn digg stirbt, wird es ein neues digg geben.
Das ist das eigentlich Neue an dem Skandal um digg: Das Internet schafft einerseits Gemeinschaften, deren Nutzer sich nicht mehr kontrollieren lassen und die auch nicht gewillt sind, sich selbst einem Kodex anzupassen, den sie für falsch halten. Internetgemeinschaften sind riskant, weil nur die Art der implementierten Funktionen das Nutzerkollektiv begrenzen kann. Und zweitens liegt es im Wesen des Internet, dass Ideen weitergeführt werden, selbst wenn sie ökonomisch unsinnig, rechtlich illegal und anderswo gescheitert sind. Ein Unternehmer kann sich den neuen Ideen weder widersetzen, noch kann er sie steuern. Und darin liegt eine Wichtige Implikation des web2.0-Zeitalters. Der Gründer von digg kapitulierte vor einigen Tagen und schrieb in seinem Blog:

But now, after seeing hundreds of stories and reading thousands of comments, you’ve made it clear. You’d rather see Digg go down fighting than bow down to a bigger company. We hear you, and effective immediately we won’t delete stories or comments containing the code and will deal with whatever the consequences might be.
If we lose, then what the hell, at least we died trying.

Bei Digg schlagen die Flammen hoch, aber der Anlass hat sich längst verselbstständigt. Die Veröffentlichung des Codes ist - nocheinmal mehr durch den großen Wirbel um Digg - ins Mark des Internet eingebrannt: bootsektorblog berichtet von über einer halben Million Seiten, die den Code bereits veröffentlicht haben. Und seit kurzem gibt auch schon T-Shirts mit dem Code (interpretiert als Farben nach dem hexadezimalen Farbauswahlsystem). Man kann dem Internet keinen Druck machen. Das ist ärgerlich für viele und gleichzeitig vermutlich eine der echten Revolutionen, die das Netz vor allen anderen Medien auszeichnet.

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Amokläufe, Videostatements und Blogs :: die Schwelle zwischen Amoklauf und Medien

Der Amoklauf an der Virginia Tech ist zu genüge durch die Medien gewandert. Das soll hier nicht fortgeführt werden. Aber die Medienberichterstattung hat sich verändert und diese Veränderung hat einige Implikationen. Über die wird hier gesprochen.

Teil 1: Videobänder vom Mörder und die Erfolgsstory von NBC

Es gab schon jugendliche Mörder, deren Daten aus dem MySpace-Profil schließlich in die nationale Presse wanderten. Und es ist nicht das erste Mal in der Mediengeschichte, dass ein Amokläufer sich proaktiv selbst vermarktet. Allerdings war es noch nie so geplant: Der Mörder der Virginia Tech drehte Stellungnahmen auf Videobänder, schoss einige duzend Fotos von sich ohne Waffe, von sich mit Waffen, von seinem Geschossen und er setzte sich hin und nahm eine MP3-Datei mit seiner Stellungnahme auf. Das ganze packte er in ein Paket und gab es zwischen seinen beiden Amokläufen bei der Post ab, adressiert an NBC. Telepolis schreibt über die zeitgenössischen Amokläufer:

Man könnte sie genauso gut als Selbstmordattentäter beschreiben, die im Unterschied zu den islamistischen “Kollegen” nur einen Auftrag haben, nämlich sich selbst noch einmal in Szene zu setzen, um sich und die anderen Menschen mit dem Tod und der Angst zu konfrontieren. Schließlich machen sie oft genug auch zuvor “Märtyrervideos” in Form von Filmen, Webseiten oder anderen dokumentierten Äußerungen oder agieren wie die berühmt gewordenen Columbine-Täter auch vor Überwachungskameras. (Florian Rötzer am 20.9.2006 auf telepolis.de)

und zum früheren Amoklauf von Kimveer Gill wird ein Pädagogikprofessor zitiert:

If you want a hypothesis perhaps this young person was living a sort of simulated life, that he had lost sight of the boundaries between the fictional and the real. He was so immersed in a media culture where the films he consumed, the video games he played, the music he listened to and the goth culture he supposedly inhabited became for him the spectrum of his little identity world. If anything he was a living a simulated life. He’s stepped into the screen, acted out a fictional self and created a real tragedy. (Michael Hoechsmann, McGill University)

Journalisten stecken jetzt in der Zwickmühle: Sollte man des Medien des Virginia-Tech-Killers nun veröffentlichen und ihm damit die Öffentlichkeit geben, die zumindest eine Motivation seiner Morde war? Die Macher von NBC haben sich dafür entschieden. Natürlich waren das zeitgeschichtliche Dokumente. Aber vor allem wollte sie die Welt sehen und NBC hatte für ein paar Tage seinerseits die Weltöffentlichkeit für sich. Das Thema wurde dementsprechend richtig breitgetreten und die Videos nur nach und nach veröffentlicht - angeblich, weil sie über Tage gesichtet werden mussten, bevor sie freigegeben werden konnten. Die NBC hat nicht nur eine Themenseite, sondern auch eine “Slideshow” mit den Fotos des Mörders, Streaming-Videos seiner Stellungnahmen und ein bunt aufgemachtes Multimediarchiv mit Faksimiles der Fotodrucke eingerichtet. Wieweit das noch journalistische Pflicht ist, darüber mag spekuliert werden. Fest steht aber, dass diese Story der NBC eine Menge Aufmerksamkeit in die Kassen gespült hat, und Aufmerksamkeit ist in Medienkreisen bekanntlich Geld.

Teil 2: Der Blog des Schülers
Es gibt bei Gewalttaten auch noch die andere Seite. Journalisten interviewen im Fall von Amokläufen gern die Opfer oder die Zeugen und bringen sie damit an die Grenze der Belastbarkeit. Seit dem Krieg im Irak gibt es ein neues Phänomen: Blogs von Soldaten bzw. Zeugen der Amokläufe. Dass sich die Zeugen selbst zu Redakteuren machen, verändert etwas in der medialen Präsentation. Denn diese Zeugen haben oft nicht die Massenöffentlichkeit im Sinn, sondern wollen sich tatsächlich mitteilen. Auf diese Weise bringt die neue Technologie die ureigenste Journalistische Motivation in die Medienwelt zurück: Jenseits von zentimetergroßen Überschriften geht es hier um eine Annäherung an die Wahrheit und um ein sich-frei-schreiben von eigenen Erlebnissen. Der Schüler der Virginia Tech, der in seinem mittlerweile weltbekannten Blog die Schießerei an der Virginia Tech beschrieben hat, ist es schließlich, der den Massenmedien den Spiegel vorhält:
(weiter)

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Google klaut Yahoo Layout

Mit dem InternetExplorer 7 kamen auch die neuen Toolbars von Yahoo und Google. Komisch nur, dass die Werbung für die Toolbars der Konkurrenten fast identisch aussieht:

Jeremy Zawodny hat hier darüber berichtet - was man aber vorsichtig bewerten sollte, denn der Mann arbeitet für Yahoo. Da Alex Chitu das Thema auch aufgegriffen hat, gehe ich mal davon aus, dass es keine Ente ist.

In jedem Fall: Google hat seine Seite geändert und ist jetzt unterscheidbar.

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Google vs. Microsoft :: Feindschaft? Neeeein.

Go to Google Home

Zelebrierte Feindschaft braucht etwas Feingefühl. Google hat davon reichlich. Der Beweis: Die Google-Suchmaschine speziell für Microsoft-Themen. Das ist in etwa so, wie wenn Cola eine Erfindung der Pepsi Company widmet. Denn Google ist der erbitterste Konkurrent von Microsoft. Die Live!-Suche kann gegen Googles Suchmaschine lange nicht mithalten und Microsoft ist schon seit einiger Zeit ziemlich sauer. Google ist da am ehesten freches Kind und rebelliert trickreich mit der Suchmaschine für die Konkurrenz. Ein netter Zug, könnte man meinen. Aber der Teufel steckt im Detail: Wer in dieser Suchmaschine Google sucht, bekam am 14. April als ersten Treffer einen Artikel der University of Pennsylvenia, der rund 56.000 Mal gelesen wurde. Titel: “Why is Microsoft Afraid of Google?” Daraus:

“In the few short years of its existence, Google has come a long way, simultaneously striking fear in the hearts of major players in the computer industry and also arousing their curiosity.”

Na, daher weht der Wind. Und wer dann Microsoft sucht, kommt direkt zu einem Microsoft-Kritiker, der das Management in Grund und Boden bloggt. Das ist nicht nett. Aber Ballmer, Gates, hey, das hilft nun wirklich nicht. Wenn man bei Kindergartenvergleichen bleibt, kann man sich Microsoft arrogantes Kind des Firmenbosses vorstellen. Die Firma war so verklebt vom riesig angekündigten Neustart der Suchmaschine live!, dass sie einen ganz blöden Fehler gemacht hat. Die Suchmaschine heißt zwar live.com, aber da es eine Suchmaschine ist, steht über Live!Search. Und was wäre das dümmste, was man mit so einem Namen tun könnte? Genau. Vergessen, sich die Domain livesearch.com zu sichern. Die Herren Gates und Ballmer haben genau das geschafft und livesearch.com hat sich ein Privatmensch unter den Nagel gerissen, der jetzt gutes Geld verdient. Er hat über den Massenanbieter Schlund&Partner eine Suchmaschine angemeldet, die erstens nur Werbung findet und zweitens Google als empfohlenen Suchterm nennt. Also, liebe Microsoft-Chefs, da müsst ihr nächstes Mal schon ein bißchen mehr aufpassen.
Und was macht bei Microsoft stattdessen? Etwas, was man bei der ganzen Kritik nie für möglich gehalten hätte: Bei der Google in Live! absolut einwandfreie Resultate liefern. Das ist zwar nett, liebe Leute, aber so kommt ihr doch nie auf einen grünen Zweig. Nehmt Euch doch ein Beispiel an Page und Brin, die mal gesagt haben:

“You can make money without doing evil?”

Na also, geht doch.

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Google privat :: Larry Page´s Freundin

Es ist ein bißchen unter der Gürtellinie, aber haben Page und Brin
nicht auch ihre Schwierigkeiten mit dem Datenschutz. Also, meine
Herrschaften: Larry Page hat was mit Lucy Southworth. Haben das alle gehört? Mann, das ist die Story!

Die Grafik

lucy-southworth.jpg

larry-page.jpg

Ach, verflixt, die hatten´s schon vorher.

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Crowdsourcing - Arbeit für die Massen :: amazon mechanical turk

Amazon war einer der ersten, die in das Metier eingestiegen sind: Das Portal Mechanical Turk, eine gegenwartsangemessene Schnittstelle für den Taylorismus, soll alle möglichen Aufgaben “die Menschen besser können als Computer” an die breite Masse auslagern:

Complete simple tasks that people do better than computers. And, get paid for it.

Technisch nennt sich das Crowdsourcing: Stupide Jobs mit einem Niveau zwischen Automat und Praktikant werden der Crowd übergeben - einer Masse Billigarbeiter im Internet, die bereit sind, für wenig Geld an verschiedensten Aufgaben zu arbeiten.
Was das heißt, beweist ein Kunstprojekt des Instituts für Design an der University of California: Für thesheepmarket wurden Menschen gebeten, 10.000 Schafe zu zeichnen - für 0,69$ pro Stunde. Innerhalb von 40 Tagen haben rund 7500 Menschen Schafe gezeichnet. 662 Schafe mit einem Gegenwert von je 2 US-Cent wurden zurückgewiesen. Durchschnittlich wurden 11 akzeptable Schafe pro Stunde gezeichnet und eingeschickt. Jeder mag seine eigenen Schlüsse ziehen.
//thesheepmarket.com

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Jugendschutz im Internet - eine absurde Geschichte


Es klingt ein bißchen wie ein schlecht konstruierter Thriller: Auf der einen Seite Erotik-Webmaster, die Geld verdienen wollen. Auf der anderen der Staat, der die Jugendlichen schützen will. Erotik-Webmaster A verklagt jetzt, weil der Staat so unklare Gesetze erlässt, seinen Konkurrenten B wegen unzureichender Jugendschutzauflagen auf dessen Seite. Konkurrent B wähnt sich rechtskonform, weil er schon ein Jugendschutzsystem einsetzt, und klagt dagegen. Der eine gewinnt beim Landgericht, der andere beim Kammergericht, dass die ganze Sache anders sieht und das Urteil des Landgerichts revidiert. Kein besonders guter Film, könnte man sagen. Ein bißchen arg konstruiert. Leider nichtmal ein B-Movie, sondern rechtliche Realität. Und es kommt noch besser:
Stein des Anstoßes sind pornographische Seiten, die in Deutschland verboten, dank Internet aber sekundenschnell von amerikanischen Servern abgerufen werden können, legal natülrich. Das ärgert wiederum deutsche Erotik-Webmaster, die sich in einschlägigen Foren über willkürliche und böswillige Rechtsprechung mokieren. Die deutsche Rechtssprechung reagiert eskalierend und verschärft ihre Gangart und fordert Jugendschutzbeauftragte für jede anstößige Webseite, bleibt gleichzeitig im dazugehörigen Gesetzestext unklar, was neues Pulver ins Spiel bringt.

Die Details: (weiter)

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