Niklas Zennstrom :: der Erfinder von Kazaa, Skype und Joost mal ganz persönlich

Wer wissen will, was dieser Zennstrom für ein Typ ist, der sollte sich mal dieses Video anschauen. Zur Erinnerung: Zennstrom hat die Musikindustrie mit der Erfindung des Tauschnetzes Kazaa Milliarden gekostet, hat mit Skype der Telefonindustrie das erste Mal in ihrer Geschichte richtig Probleme gemacht und will jetzt mit Joost mit den Fernsehsendern weltweit in Konkurrenz treten. Und hier ist also Niklas Zennstrom mal ganz direkt. Unauffälliger, als man denkt.

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Google Maps Reloaded :: Street View ermöglicht virtuelle fotoechte Wanderungen

Es tut mir leid, aber Google macht wieder mal enorm viele Sachen, die richtig revolutionär sind. Die Google Maps, die längst mit Satellitenbildern überlagert werden können, werden jetzt dreidimensional. StreetView heißt das, eine fotorealistische Wanderung durch die Straßen der Welt. Man kann sich um 360° drehen, weiter- oder zurückgehen, tief in das Foto rein- und wieder rauszoomen. Natürlich alles brilliant aufgelöst und smooth übergeblendet. Okay, denkt man, das hat Microsoft schon im Encarta Weltatlas versucht, als man sich dreidimensional vor dem Berliner Tor drehen konnte. Nein, nein, das hier ist etwas völlig anderes. Zu den wenigen bisher mit Fotos versehenen Standorten sind nämlich nicht nur Sightseeing-Plätze, nicht mal nur ganze Straßenzüge, nein, ganze Stadtviertel abfotographiert und begehbar gemacht worden. Fotorealistisch und so schnell, intuitiv begehbar und flüssig in der Bewegung wie man es noch nie gesehen hat. Bisher natürlich nur in den USA, aber das wird sich sicher ändern.

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die Internetpioniere im O-Ton :: Videos von den Vorträgen der Next07

Bei der next07 waren dieses Jahr einige wirklich spannende Leute zum Thema web2.0 bzw. wie es richtig hieß alle Macht dem Konsumenten. Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, gibt es jetzt alle Vorträge als Video. Meine Favoriten:

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Norbert Bolz über die Veränderungen der Medien. Der einzige echte Wissenschaftler provoziert und vertritt keine neuen Thesen, aber das mit Stil. Einige Gedanken sind wirklich nachdenkenswert. Einer davon: Das Revolutionäre am Internetzeitalter ist, dass Massenmedien plötzlich einen echten Dialog erlauben. Früher war ein Massenmedium quasi durch das Fehlen eines Dialogs definiert.

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Bernd M. Michael (Geschäftsführer des Markenarchitekturbüros MBB): Noch pointierter, sehr unterhaltsam und mit interessanten Gedanken zum Internet sowie seiner bezaubernden Assistentin.

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Tobias Trosse (Geschäftsführer televised revolution): Einer der hübschesten Präsentationen, die ich je gesehen habe. Und eine Besonderheit auf der Konferenz, weil Trosse erst zum Schluss und auf Nachfrage sagt, was er selbst eigentlich macht: Das Fernsehen der Zukunft erfinden, das individuelle Programme möglich macht.

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Mattias Miksche (Geschäftsführer stardoll): Ein äußerst erfolgreiches Web-Startup erlaubt Kids die Stilfindung im Virtuellen Raum. Moderator Sascha Lobo fand das Konzept augenscheinlich doof und interviewte etwas tendenziös. Auch deswegen schön anzusehen.

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Christian Clawien (Mitgründer Mister Wong): Der Webpionier, wie man sich ihn vorstellt: Sehr jung, sehr normal, sehr erfolgreich.

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Nils Müller (Geschäftsführer Trendnote): Rasante Fahrt durch die neusten Technologien. Nach der halben Stunde brummt der Kopf, man weiß immer noch nicht besser, was nun wirklich die Zukunft ist, aber man wird sich in Zukunft hüten, zu sagen, das Internet wäre langweilig.

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Ibrahim Evsan (Geschäftsführer Sevenload):
Der Chef von einem der bekanntesten deutschen Newcommer erzählt, wie sie mit Videoportalen Geld verdienen lässt. Das hat uns doch alle schon interessiert.

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Schlusspanel (Creme der deutschen Blogger): Hier sieht man mal, wie die wichtigen Blogger so miteinander umgehen. Eigentlich, ja, eine große Familie.

Für alle, die das spannend fanden: Schaut unbedingt in den elektrischen Reporter. Dort werden die wirklich spannenden Internetleute von Mario Sixtus interviewt (der auch bei der next07 war, aber das nur am Rande). Viertelstündige unterhaltsame O-Ton-Collagen, sehr empfehlenswert. Und wer mal zurückschauen will, findet über die Seite der next06 auch noch die Vorträge von vor einem Jahr.

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die Ortsrevolution plazes.com :: und auf einmal ist alles so nah

nadja peek flickr creative commonsEs war Medientheorieguru Marshall Mc Luhan, der 1962 vom globalen Dorf sprach und damit meinte, dass einem der entfernteste Ort der Welt in der technoiden Welt so nah erscheint. Das erscheint aus heutiger Sicht schon wieder altbacken, denn es geht darum, den konkreten Ort in diese virtuelle Entfernungslosigkeit zurückzudefnieren. Manchmal ist es eben doch wichtig, sich nah zu sein, ich meine jetzt rein geographisch, und dieser Gedanke hat zu einer richtigen Flut von Ideen zur Rückimplementierung des konkreten Orts im Internet geführt. Die bekanntesten Marktforscher des Internet Nielsen//NetRatings haben jüngst publiziert, dass 70 Prozent aller Nutzer nach lokalen Informationen suchen.
So, und jetzt hat Stefan Kellner, einer der Macher von plazes.com, den Ort neu definiert: Das Internet verhilft endlich jedem dazu, wirklich zu verstehen, was ihn im Kilometerradius umgibt. Und das ist fast schon ein Kunstprojekt, wenn man bedenkt, dass die Daten einmal mindestens nach Zürich und zurück wandern, um mir zu sagen, wer mein Nachbar ist.

Und weil einem wichtig ist, den Menschen nah zu sein, auch persönlich meine ich jetzt, kommt man auch auf die Idee, den Macher zu googeln. Einfach, um zu sehen, was er so für ein Typ ist, dieser Stefan Kellner. Man kommt recht schnell auf sein Profil in places, in Xing, und natürlich kann man über Places auch nachschauen, wo er sich grade rumtreibt. Er meint es ernst mit der Transparenz. Und dann stößt man auf seinen eigenen Blog, der heißt jetzt aber no information. Naja. Das wird vielleicht doch zu privat. Im elektrischen Reporter vom gewohnt guten Herrn Sixtus kommt Herr Kellner seriös zu Wort. Und erzählt, warum er plazes überhaupt macht. Nur: Will man das wissen? Ja. Denn das ist zwar Nabelschau, aber dann doch auch die Zukunft. Denn im Prinzip kann man auch einfach jemanden fragen, wenn man die nächste Pizza sucht, aber genaugenommen ist plazes.com doch eine Revolution. Denn endlich wird es möglich, den realen Ort bruchfrei ins Netz zu integrieren, einschließlich dem aktuellen Aufenthaltsort des Freundes, seiner freigegebenen Flickr-Fotos, seinen Lieblingsplätzen und Kommentaren seiner Clique. Und dieses Mischmasch aus Blog, Postkarte, Gelbe-Seiten und Kontaktmanagement-Tool ist im bisher anonymen Großnetz unheimlich attraktiv. Deswegen ist plazes auch für den Red Herring nominiert.
Für die ganz besessenen, gibt es Barcodes für einzelne Plazes-URLs, die man ausdrucken und real auf die entsprechende Häuserwand kleben kann. Der nächste Spaziergänger mit Digitalkamera kann sie dann einfach in sein mobiles Internet einspeisen und weiß, wer sonst noch im Restaurant sitzt.
Die große Konkurrenz von plazes heißt übrigen Twitter und ist, wenn wir schonmal beim Thema sind, auch einen Blick wert: Auf twitter.com kann man mit Leuten chatten und auf twittervision rast man mit einer virtuellen Weltkarte zu den Orten, von denen die Nachrichten gesendet werden. Und natürlich gibt es auch das Tool, das Plazes und Twitter vereint: Das Mashup Twazer publiziert neue Standorte direkt in Twitter.
Damit ist McLuhan wohl endgültig abgefrühstückt. Wer braucht das globale Dorf, wenn er die virtuell unterstützte Dörflichkeit hat?

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Joost! kommt - und revolutioniert das Fernsehen

Es begann als Gerücht über das Venice Project in der Blogsphäre. Irgendwann war klar, wer dahintersteckt: Niklas Zennstrom und Janus Friis - Erfinder von Skype und von Kazaa, diesmal übrigens finanziert von ebay. Die beiden sind Superstars des Internet, seit sie mit dem Internettelefoniedienst Skype die Telekommunikations- und mit der Musiktauschbörse Kazaa die Musikindustrie ins Wanken gebracht haben. Jetzt geht es um das dritte große Medium unserer Zeit: Das Fernsehen. Fernsehen soll überall möglich sein, ohne Fernseher und ohne Kabelbetreiber, Sendestationen oder Monatsgebühren. Fernsehen übers Internet, weltweit zugänglich und auf Abruf. Die Sendungen werden dabei nur an wenige Nutzer ausgeliefert und dann vollautomatisch unter diesen verteilt, damit zahlen für den Datenverkehr nicht die Sender, sondern die Internetprovider. Man kann mit Leuten live über das aktuelle Programm diskutieren, die dieselbe Sendung sehen und Sendungen kommentieren. Eine Revolution? Schwer zu sagen. Zumindest traut die Branche den Jungs mehr zu, als irgendwem sonst. Bisher gibt es noch wenig Suchtgefahr für Kulturmenschen: Das Programm - von Surfer-Dokus über Mangas bis zu Musikvideos - ist eigentlich ziemlicher Schrott. Bisher zumindest. Ich erwarte, dass das Programm sich die nächste Zeit noch stark erweitern wird. Die Kulturleute können erstmal sowieso nur warten: Joost! ist erst für angemeldete Betatester online.

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Google privat :: Larry Page´s Freundin

Es ist ein bißchen unter der Gürtellinie, aber haben Page und Brin
nicht auch ihre Schwierigkeiten mit dem Datenschutz. Also, meine
Herrschaften: Larry Page hat was mit Lucy Southworth. Haben das alle gehört? Mann, das ist die Story!

Die Grafik

lucy-southworth.jpg

larry-page.jpg

Ach, verflixt, die hatten´s schon vorher.

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die Bibliothek des Internet ist zehn Jahre alt und macht ein Europa-Archiv auf :: archive.org

(logo) european digital archive
Vor zehn Jahren waren es 30 Millionen Webseiten, die Brewster Kahle mit seinem Projekt Archive.org gesammelt hat, heute sind es über 4 Milliarden. Rund ein Petabyte an Daten, das sind 1024 Terrabyte und jedes Terrabyte sind 1024 Gigabyte. Auf gigantischen Festplatten liegt das Web, wie es einmal war. Für jeden frei zugänglich und durchsurfbar. Und jetzt starten die Macher ein europäisches Archiv, das speziell heimische Quellen beherbergen soll.

Die Idee ist schon damals revolutionär gewesen, aus heutiger Sicht war sie genial: Das Internet ist nicht nur das Wachstumsstärkste Medium unserer Zeit, es scheint auch das Wichtigste zu werden. Technisch ist die Historie des Internet jedoch nicht zurückverfolgbar: Ist eine Datei auf einem Server gelöscht, dann ist sie gelöscht. Außer, wenn sie vorher jemand gesichert hat. Mit der Wayback Machine hat archive.org ein Museum des alten Internets geschaffen und allein das ist ein Meilenstein zur Erforschung des Phänomens der globalen Vernetzung, die unser Jahrzehnt so verändert, wie selten ein Medium zuvor.

Jetzt ist ein neues Portal ans Netz gegangen, das European Archive: (weiter)

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