Joost! kommt - und revolutioniert das Fernsehen

Es begann als Gerücht über das Venice Project in der Blogsphäre. Irgendwann war klar, wer dahintersteckt: Niklas Zennstrom und Janus Friis - Erfinder von Skype und von Kazaa, diesmal übrigens finanziert von ebay. Die beiden sind Superstars des Internet, seit sie mit dem Internettelefoniedienst Skype die Telekommunikations- und mit der Musiktauschbörse Kazaa die Musikindustrie ins Wanken gebracht haben. Jetzt geht es um das dritte große Medium unserer Zeit: Das Fernsehen. Fernsehen soll überall möglich sein, ohne Fernseher und ohne Kabelbetreiber, Sendestationen oder Monatsgebühren. Fernsehen übers Internet, weltweit zugänglich und auf Abruf. Die Sendungen werden dabei nur an wenige Nutzer ausgeliefert und dann vollautomatisch unter diesen verteilt, damit zahlen für den Datenverkehr nicht die Sender, sondern die Internetprovider. Man kann mit Leuten live über das aktuelle Programm diskutieren, die dieselbe Sendung sehen und Sendungen kommentieren. Eine Revolution? Schwer zu sagen. Zumindest traut die Branche den Jungs mehr zu, als irgendwem sonst. Bisher gibt es noch wenig Suchtgefahr für Kulturmenschen: Das Programm - von Surfer-Dokus über Mangas bis zu Musikvideos - ist eigentlich ziemlicher Schrott. Bisher zumindest. Ich erwarte, dass das Programm sich die nächste Zeit noch stark erweitern wird. Die Kulturleute können erstmal sowieso nur warten: Joost! ist erst für angemeldete Betatester online.

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